Was ist Karmin, wie wird es gewonnen und wozu verwendet?

Eine Schildlaus aus der Karmin gemacht wird.

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Roter Farbstoff aus Blut. Was erst einmal nach dem Stoff für einen Splatter-Film klingt, ist Realität. Denn Skittles, Lippenstift, Gummibärchen und Zahnpasta haben alle eins gemeinsam. Hier kommt der sagenumwobene Farbstoff Karmin zum Einsatz Aber was ist Karmin?

Karmin ist der rote Farbstoff E120, welcher aus Cochenilleschildläusen gewonnen wird. Die Läuse werden dazu gekocht, getrocknet und zerdrückt. Der so gewonnene Farbstoff kommt in Kosmetikprodukten und Lebensmitteln zum Einsatz.  

Gerade als Vegetarier und Veganer ist es wichtig zu wissen, wann echtes Karmin verwendet wurde und wann ein Ersatzprodukt. Daher habe ich dir in diesem Beitrag alle relevanten Informationen zusammengetragen, die dir helfen, den roten Farbstoff zu erkennen. 

Inhalt

Wie wird Karmin hergestellt?

Wie wird Karmin aus Läusen hergestellt?

Um echtest Karmin herzustellen, werden weibliche Cochenilleschildläuse benötigt. Zunächst werden diese gekocht, getrocknet und können dann im Anschluss ausgedrückt werden. 

Hierbei entsteht der Farbstoff E120. Um ein Kilo Karmin zu gewinnen, werden 100.000 Karmin Läuse benötigt. Die rote Laus dient bereits seit Jahrhunderten als Lieferant für den kräftigen Farbstoff, welcher sowohl in Kosmetikprodukten, als auch in Produkten der Lebensmittelindustrie zu finden ist. Auch zum Färben von Textilien kann der Farbstoff, welcher durch die weiblichen Schildläuse gewonnen wird, verwendet werden.

Auch spannend: Es gibt echtes und unechtes Karmin. Was aber nicht bedeutet, dass das unechte Karmin aus einer weniger krabbelnden Quelle gewonnen. Das unechte Karmin heißt auch Kermes und wird aus anderen Schildläusen gewonnen.

Was macht Karmin so besonders?

Was macht Karmin so besonders wertvoll?

Karmin ist ein so besonderer Farbstoff, da dieser sehr ergiebig ist und zudem der vermutlich älteste Farbstoff der Welt ist. Bereits in der Steinzeit wurden die Cochenilleschildläuse verwendet, um E120 zu gewinnen. Vermutlich fragst du dich, welche Vorteile Karmin hat. Denn zumindest meine erste Frage zum Thema Karmin war: WIESO?!

Der erste Vorteil ist, dass es sich um ein reines, natürliches Produkt handelt. Chemikalien werden zur Gewinnung von Karmin nicht benötigt. Hierbei handelt es sich um ein rein tierisches Naturprodukt. 

Außerdem ist Karmin extrem ergiebig. Um zehn Liter Wasser kräftig rot zu färben, würdest du gerademal nur ein Gramm Kamin benötigen. Der Farbstoff ist sowohl Licht-, als auch Hitze- und Fruchtsäurenbeständig und ist anderen Farbstoffen somit um einiges voraus. 

Die Vorteile, die Karmin bietet, eignen sich somit nicht nur für das Färben von Textilien, sondern auch für das Färben von Lebensmitteln. Dies beantwortet auch die Frage, warum Karmin in Lebensmitteln vorkommt. Die tolle Farbe, die bei Anwendung des Farbstoffes entsteht, ist vor allem in alkoholischen Getränken zu finden. 

Außerdem kannst Du E120 in vielen weiteren Produkten, wie Süßigkeiten, Käse, Konfitüren und vielen mehr finden. Da Karmin bereits in kleinster Menge für eine kräftige Farbe sorgt und zudem beständig ist, ist dieser Farbstoff sehr gut zur Färbung von allen möglichen Lebensmitteln geeignet.

Was ist echtes Karmin?

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Den Zusatz „Echtes“ hat das Karmin erhalten, da das Produkt sehr kostbar ist und dementsprechend versucht wurde, es aus anderen Quellen herzustellen. 

Echtest Karmin wird das natürliche Karmin genannt, welches aus den weiblichen Cochenilleschildläusen gewonnen wird. Diese werden gekocht, getrocknet und dann ausgepresst. Hierbei handelt es sich um den wahrscheinlich ältesten Farbstoff. 

Unechtes Karmin wird auch als Kermes bezeichnet. Es wird aus anderen Schildläusen gewonnen. Daher Achtung: Nur weil es unecht ist, ist es noch lange nicht vegetarisch oder vegan. Aber die Industrie hat auch hier mittlerweile eine Antwort gefunden. Denn sie hat es geschafft, syntetisches Karmin herzustellen. 

Gibt es synthetisches Karmin?

Veganes und vegetarisches Karmin heißt Cochenillerot A und ist ein synthetischer Farbstoff, welcher dem echten Karmin sehr nahe kommt. Hierbei werden keine Schildläuse zur Produktion verwendet. Für Vegetarier und Veganer ist dies eine gute Alternative, da hierfür keine Schildläuse benötigt werden, um den Farbstoff zu gewinnen.

Das Cochenillerot A wird ebenfalls für Kosmetika und Lebensmittel verwendet und hat die europäische Zulassungsnummer E124, die Du in den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln finden kannst.

Ist Karmin vegetarisch?

Für die Produktion von Karmin werden Schildläuse getötet. Somit handelt es sich um ein tierisches Produkt. Daher sind Lebensmittel, die den Farbstoff Karmin enthalten nicht vegetarisch. Einige Lebensmittel sind trotz Karmin teilweise vegetarisch. Skittles sind hierfür ein gutes Beispiel. Denn nur die roten Skittles enthalten Karmin – somit sind die anderen Farben vegetarisch.

Ist Karmin vegan?

Wie bereits erwähnt, wird Karmin aus den Cochenilleschildläusen gewonnen und ist dementsprechend nicht vegan. Eine vegane Alternative zu dem roten Farbstoff, ist Cochenillerot A. Dies wird synthetisch hergestellt und ist somit vegan. 

Auch Litholrubin BK wird als Alternative zu Karmin verwendet. Dies wird vor allem in Kosmetika verwendet und trägt die Zulassungsnummer CI 15850. Eine weitere vegane Option, um Lebensmittel oder Kleidung rot zu färben ist der rote Beete-Saft.

Roter Farbstoff in Lebensmitteln: Welche E-Nummer hat Karmin?

Welche Lebensmittel enthalten Karmin?

Karmin, welches aus Schildläusen gewonnen wird, ist ein natürlicher Lebensmittelzusatz und hat somit eine europäische Zulassungsnummer. Diese lautet für den echten, roten Farbstoff E120. Allerdings gibt es auch weniger geläufige Bezeichnungen für den Farbstoff.

Andere Bezeichnungen für den roten Farbstoff, der aus roten Läusen gewonnen wird lauten: CI 75470, Carmine, Cochinille, Cochineal, Karmesin und Karmin Säure. Findest Du einen dieser Begriffe unter den Inhaltsstoffen, weißt Du, dass hier Karmin zur Herstellung genutzt wurde.

In der Lebensmittelindustrie ist E120 ein sehr beliebter Farbstoff, welchen du in unglaublich vielen Nahrungsmitteln findest. Ernährst Du Dich ebenfalls vegan oder vegetarisch, wirst Du vielleicht schon wissen, dass Karmin in sehr vielen Lebensmitteln enthalten ist, von denen Du dies auf den ersten Blick nicht erwartet hättest.

Du findest Karmin vor allem in Süßigkeiten. Ein gutes Beispiel ist hier der Kaugummi „Full Fruits“ von Mentos. Das war für mich besonders überraschend, da hier nicht das typisch kräftige Rot zu sehen ist, wie es für Karmin typisch ist. Auch in M&Ms ist der rote Farbstoff zu finden. Um so wichtiger, dass du dir genau merkst, wie Karmin in auf Produkten ausgewiesen wird. 

In welchen Lebensmitteln steckt Karmin?

Karmin ist ein Farbstoff, welcher von der Lebensmittelindustrie häufig verwendet wird. Kein Wunder, dass immer wieder Gerüchte über Produkte mit Karmin aufkommen. Ich habe mich daher in den gängigsten Foren umgesehen und die gängigsten „Risikolebensmittel“ genauer angesehen. Außerdem findest du weiter unten eine Liste mit weiteren Produktgruppen mit Karmin. 

Karmin in Cola

In Cola ist kein Karmin enthalten. Viele Menschen gehen davon aus, dass die Farbe, welche aus Schildläusen hergestellt wird auch in Cola enthalten ist. Dies stimmt jedoch nicht. Die braune Farbe des Getränks entsteht nicht durch E120, sondern durch Ammoniumsulfit-Zuckercouleur, welches mit E150D gekennzeichnet ist. Somit kann Cola ganz bedenkenlos von Veganern getrunken werden. E120 wird jedoch in rötlichen Getränken genutzt, um die Farbe zu erhalten. Das wohl bekannteste Getränk, in dem Du Karmin finden kannst, ist Aperol Spritz.

Karmin in Skittles

Skittles haben Suchtpotenzial, schmecken fruchtig und prickelnd. Die roten Skittles enthalten den Farbstoff Karmin. Wer also keine tierischen Produkte zu sich nehmen möchte, kann alle anderen Farben essen und die Roten aussortieren. Auch erwähnenswert ist, dass beispielsweise die Skittles Crazy Sours überhaupt kein Karmin enthalten. Hierbei wurden für die rote Färbung pflanzliche Farbstoffe verwendet.

Karmin in Smarties

Smarties werden ausschließlich ohne E120 hergestellt. Für die schönen Farben werden Färberdistel, Rettich, schwarze Karotte, Zitrone und Hibiskus verwendet. Bei M&Ms sieht dies jedoch anders aus. Hier wird für die Färbung Karmin verwendet. Je nach Sorte und Hersteller gibt es dementsprechend Unterschiede, auf die Du achten solltest, wenn Du kein Karmin essen möchtest.

Karmin in Chips

Auch in Chips ist weitestgehend kein Karmin enthalten. Die rote Farbe, die Du von einigen Sorten kennst, entsteht durch den Einsatz von Paprikapulver. Die Einzige Ausnahme sind Bacon-Chips. Wobei die sowieso seltenst vegetarisch sind. 

Auf der Rückseite von Chips Packungen kannst Du häufig direkt auf den ersten Blick sehen, ob wirklich kein E120 enthalten ist. Ist dies der Fall, kennzeichnen die Hersteller das Produkt als vegan oder vegetarisch. Eine gute Liste mit veganen Chips, findest du hier.

Karmin in Gummibärchen

Je nach Hersteller kannst Du in einigen Sorten echtes Karmin finden. In einigen Haribo Produkten sind diese beispielsweise zu finden. Möchtest Du auf vegetarische oder vegane Produkte ohne Karmin zurückgreifen, solltest Du auf die Kennzeichnung achten, die diese meist haben.

Andere Lebensmittel, die Karmin enthalten können

In den folgenden Produkten kann es sein, dass Karmin verwendet wird. Einige haben mich sehr überrascht, andere wiederum nicht. Da viele dieser Produkte nicht vegan oder vegetarisch sind, ist es für Dich vielleicht nicht relevant, aber trotzdem sehr wissenswert und überraschend:

Steckt Karmin in Kosmetik?

Da Karmin ein sehr ergiebiger Farbstoff ist, wird dieser natürlich auch in Kosmetikprodukten gerne verwendet. Vor allem in Lippenstiften kannst Du mit Karmin rechnen. 

Möchtest Du wissen, ob in Deinem Lippenstift Karmin enthalten ist, musst Du hier nicht nach E12, sondern nach CI75470 suchen. Um vor dem Kauf einige kosmetische Artikel zu überprüfen, ist die Website codecheck.info sehr hilfreich. Hier findest Du alle Inhaltsstoffe, die in den Produkten enthalten sind. Und damit auch auf einen Blick, ob Karmin enthalten ist. 

Zudem solltest Du wissen, dass nicht nur in roten Kosmetikprodukten Karmin enthalten ist. Auch wenn die Produkte nur rosa oder lila sind, kann es vorkommen, dass Karmin enthalten ist. In Lippenstiften, Lidschatten und Rouge hat es mich nicht gewundert, dass Karmin enthalten ist. Was jedoch sehr überraschend war, ist, dass der Farbstoff der roten Läuse auch in Shampoo und Duschgel enthalten sein kann. 

Lebst Du vegan oder vegetarisch, ist es wichtig, dass Du auch diese Produkte auf den Zusatz von Karmin überprüfst.

Was ist der Unterschied zwischen Karmin und Karmesin?

Einen Unterschied zwischen Karmesin und Karmin gibt es nicht. Karmesin ist einfach eine andere Bezeichnung für Karmin und wird daher auch aus den speziell hierfür gezüchteten weiblichen Schildläusen gewonnen. Der Name Karmesin, kann ebenso wie Karmin auf Produkten gefunden werden, die diesen Farbstoff enthalten.

Fazit

Karmin ist der vermutlich älteste natürliche Farbstoff, der sowohl zur Färbung von Lebensmitteln, als auch von Kleidung und in Kosmetika genutzt wird. Die Karmin Säure, welche für die tolle, leuchtend rote Farbe von Lippenstiften oder Getränken verantwortlich ist, wurde bereits in der Steinzeit aus den roten Läusen gewonnen. 

Heutzutage werden die weiblichen Cochenilleschildläusen speziell für die Gewinnung des roten Farbstoffs verwendet. Um diesen zu gewinnen, werden die Tiere erst gekocht, anschließend getrocknet und dann gepresst. Für die Herstellung von einem Kilogramm Karmin werden 100.000 der weiblichen roten Läuse benötigt. Eine Zahl, die mich wirklich schockiert hat. Dennoch ist der Verzehr laut der Efsa unbedenklich: 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) empfiehlt, eine Tagesmenge von 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten. Gelegentlich kann es nämlich zu (schwerwiegenden) allergischen beziehungsweise pseudoallergischen Reaktionen, bei denen Unverträglichkeitssymptome ohne immunologische Reaktion auftreten.

Ich habe mich ausgiebig mit dem Thema Karmin auseinandergesetzt und auch die Produkte, in denen der rote Farbstoff enthalten ist unter die Lupe genommen. Einige Entdeckungen haben mich hier wirklich überrascht. Beispielsweise, dass echtes Karmin auch in Produkten wie Shampoo enthalten ist. Hiermit hatte ich wirklich nicht gerechnet, da Shampoo in den seltensten Fällen wirklich rot ist. 

Doch auch Lebensmittel wie M&Ms enthalten Karmin. Hierbei sind auch die Schoko Linsen betroffen, welche nicht rot sind. Positiv überrascht war ich allerdings von Skittles. Hier wird nur für die roten Linsen der Farbstoff verwendet. Alle anderen Farben eignen sich somit für Menschen, die Wert auf eine vegetarische oder vegane Ernährungsform legen. Dem Gerücht, dass Cola Karmin enthält, bin ich ebenfalls nachgegangen und konnte feststellen, dass dies nicht stimmt und Cola somit für die vegane Ernährungsform geeignet ist.

Positiv ist, dass viele Hersteller mittlerweile auf den Einsatz von E120 in Lebensmitteln oder CI75470 in Kosmetika verzichten und anstelle dessen das synthetische Cochenillerot A verwenden, welches Du als E124 auf der Liste der Inhaltsstoffe findest.

Codecheck hat sich als informative Quelle erwiesen, um zu überprüfen, ob Karmin oder Cochenillerot A in unterschiedlichen Produkten enthalten ist. Hier bekommst du nicht nur einen Überblick über alle Inhaltsstoffe, sondern auch darüber, ob Produkte vegetarisch oder vegan sind.

Hey ich bin Basti, ich koche und lebe seit über 10 Jahren vegetarisch. Ich schreibe auf VEGGGI über alles, was ich gerne gewusst hätte, als meine Reise ins Vegetariertum begann, um dein Veggi-Leben einfacher zu machen. Viel Spaß und melde dich doch zum Newsletter an, wenn dir gefällt was du siehst :)
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